Hobbesshot
8 Frames with Mona
Eight Frames mit meiner Nichte Mona im Duisburger Innenhafen – analog fotografiert auf experimentellem Shanghai-Film und mit ganz viel gemeinsamer Geschichte.
8Frames Projekt
Eight Frames: Mona
Als ich 2008 meine Frau kennengelernt habe, kam sie natürlich nicht allein. Mitgebracht hat sie eine ganze Familiensippe – und irgendwo mittendrin auch Mona.
Damals war sie zwei oder drei Jahre alt, ein paar Jahre später lief sie als Blumenmädchen bei unserer Hochzeit herum und inzwischen studiert sie. Ich habe keine Ahnung, wo genau die Zeit dazwischen geblieben ist.
Aber papperlapapp.
Mona ist zu einer wunderschönen, starken jungen Frau geworden, und ich hatte das große Glück, ziemlich viel von ihrem Weg dahin mitzubekommen. Familienfeiern, gemeinsame Unternehmungen, Fotos zwischendurch – und irgendwann kam dann auch noch die Fotografie als eigene kleine Verbindung zwischen uns dazu.
Mona interessiert sich nämlich selbst fürs Fotografieren. Wir haben uns schon gemeinsam in einem Studioworkshop ausprobiert, fotografiert und vor ein paar Jahren auch schon gemeinsam ein analoges Shooting gemacht. Anschließend haben wir die Filme zusammen entwickelt und in meinem kleinen Mini-Fotolabor auch eigene Papierabzüge hergestellt, worauf wir ziemlich stolz waren.
Dass irgendwann auch ein 8 Frames mit Mona entstehen musste, war also auch nur eine Frage der Zeit.
Plötzlich stand da ein Model
Mona studiert inzwischen in Köln, ich komme aus Velen. Als Mittelpunkt dazwischen bot sich der Duisburger Innenhafen ziemlich hervorragend als Treffpunkt an. Also die Sonys, meine neue brandneue DC L10 und die 50 jahre ältere Salyut eingepackt, ne kleine teils experimentelle Auswahl von Film rein und los gings.
Im Kopf habe ich manchmal noch das kleine Mädchen von früher. Und plötzlich steht da jemand vor mir, bewegt sich vollkommen selbstverständlich durch die Bilder, findet Posen, blendet die Umgebung aus und sieht einfach wunderschön dabei aus: Aus meiner kleinen Nichte war auf einmal ein krasses Model geworden.
Wir waren ungefähr zwei Stunden unterwegs, haben fotografiert, geredet und ziemlich viel gelacht. Und natürlich war da von Anfang an eine Vertrautheit, die man bei einem Shooting mit einem unbekannten Menschen erst einmal aufbauen müsste. Normalerweise entstehen die Bilder dieser Serie ja auch mit Menschen, die ich schon oft fotografiert habe und bei denen sich über mehrere Shootings eine vibende Verbindung entwickelt hat. Mit Mona brauchte es diese Vorgeschichte vor der Kamera gar nicht - die hatten wir längst.
Shanghai in Duisburg
Für die acht elf analogen Bilder hatte Mona sich nach kurzer Überlegung für einen eher unüblichen Film, dem Shanghai GP3 entschieden. Und ehrlicherweise wusste ich beim Shooting noch gar nicht so genau, wie ich den später eigentlich entwickeln würde. Ich habe anschließend aber ein passendes Rezept für meine Chemie gefunden, ein paarmal extra Prewash veranstaltet, den Film in Rodinal entwickelt und war dann schnell nach dem Fixieren beim Herausnehmen aus der Dose ziemlich guter Dinge.
Aber schon beim Aufhängen zur Trocknung war klar: Das hat funktioniert. Und zwar richtig gut.
Ich mag sowohl die digitalen Bilder dieses Tages als auch unsere analogen "Frames" unglaublich gerne. Aber bei den analogen Bildern kommt eben noch etwas dazu, das sich schwer planen lässt: Lightleaks und Flaring durch die alte Kamera (Салют) und dem Industar-29 (Индустар-29), Körnung, Kontraste...
Ein etwas ungewöhnlicher Film, ein gemeinsamer Nachmittag in Duisburg und ein Mensch vor meiner Kamera, den ich inzwischen seit fast zwei Jahrzehnten kenne.
Schöner kann ein 8 Frames Shoot für mich eigentlich nicht sein.
8 Frames Bilder
Analoges Fotoshooting mit Mona.
Kamera: Salyut „Салют“ Typ 3a, Kiev, Mittelformat 6x6, Film: Shanghai GP3,











Mona über unser Shooting
Gefühlte 6:00 Minuten Shooting
10. August, wahrscheinlich 18:06. Duisburg Innenhafen.
Ich darf einen Film aussuchen und Stephan zeigt mir die Kamera, die uns heute begleiten wird. Dann geht es auch schon los. Ich stehe das erste mal zum Modeln vor der Kamera und weiß gar nicht, wie ich mich bewegen soll.
Die ersten 2,5 Minuten mach ich mir Gedanken, was die Leute um uns herum denken und wie ich es schaffen soll, mich einigermaßen cool vor der Kamera zu verhalten. In der nächsten halben Minute hat Stephan irgendeine Art von Magie betrieben, ein paar Sprüche gemacht und schon klappt alles.
Nach weiteren drei Minuten - zumindest gefühlt - war unser Shooting auch schon zu Ende und es ist nach 8???! Währenddessen durfte ich auf der Stelle rennen, mich wie eine Marionette hängen lassen und „abgehoben auf die Welt herabschauen“.
Von der Ruine, bei der wir von einem fremden Duisburger musikalisch begleitet worden sind, ging es zu einem Betonkomplex. Dort bekamen wir Hundebesuch und suchten nach dem perfekten Schatten. Schon ging es auf die andere Seite des Rheinarms, auf der ein Einkaufswagen auf uns wartete. Ich sollte mich hinein setzen und auf einmal drehte sich alles: mit einer Hand hielt Stephan die Kamera, mit der anderen drehte er den Einkaufswagen um sich herum und war gleichzeitig noch in der Lage Kommandos zum posieren zu geben… das muss ihm mal einer nachmachen!
Danke, Stephan, für deine tolle Arbeit und auch dafür, dass du mich vor der Kamera so hast wohlfühlen lassen!
Das nächste Shooting kann kommen :)
Bonuscontent
Mit Mona im Innehafen.


















